
Freitag, 06. November 2026
Berner Fachhochschule BFH – Wirtschaft, Brückenstrasse 73, CH-3005 Bern
Menschen mit Abhängigkeit haben ein höheres Risiko hospitalisiert zu werden als die übrige Bevölkerung. Die Aufnahme erfolgt oft zur Behandlung von somatischen oder psychiatrischen Mehrfacherkrankungen und nicht zur spezialisierten Behandlung der Sucht. Diese Hospitalisierungen können sowohl für die Patient:innen als auch für die medizinisch-pflegerischen Teams eine erhebliche Herausforderung darstellen. Gleichzeitig bietet der Spitalaufenthalt eine wertvolle Gelegenheit: die Möglichkeit der Früherkennung oder einer vertieften Auseinandersetzung der Betroffenen mit ihrer eigenen Gesundheit in einer Phase, in der sie bereits in medizinischer Behandlung sind.
Der Groupement Romand d’Etudes des Addictions GREA und der Fachverband Sucht organisieren am Freitag, 6. November, einen halbtägigen Austausch von Erfahrungen zum professionellen Umgang mit Konsum und Sucht im Spital. Im Fokus dabei stehen konkrete Praxisbeispiele und Grundlagen zur professionellen Begleitung von Menschen mit Abhängigkeit im Spital.
PROGRAMM
| 12h45 | Empfang und Begrüssung |
| 13h – 13h20 | Kontext und Ziele des Erfahrungsaustauschs (mit Simultanübersetzung) |
| 13h30 – 15h | Thematische Ateliers (weiterführende Informationen unter)
1. Professionelle Haltungen und Rahmenbedingungen im Spital: 2. Peer-Berater:innen in der spezialisierten Suchtbehandlung: 3. Wer vertritt die Interessen von Patient:innen mit Suchterkrankungen in Schweizer Spitälern? |
| 15h – 15h30 | Kaffeepause |
| 15h30 – 17h15 | Präsentation der Workshop-Ergebnisse und kurze Vorstellung der im Projekt «Sucht im Spital» entwickelten Praxishilfen (Plenum mit Simultanübersetzung) |
| 17h15 – 17h30 | Schlusswort |
| 17h30 | Apéro |
| Zielgruppe | Fachpersonen aus der Pflege, Ärzt:innen, Fachpersonen aus der medizinischen und nicht-medizinischen Suchthilfe, Fachpersonen der psychosozialen Begleitung |
| Preis | Kostenlos |
| Anmeldung erforderlich | Aus organisatorischen Gründen bitten wir interessierte Personen und Organisationen, sich über die Website des Fachverbands Sucht vorab anzumelden: https://fachverbandsucht.ch/de/events/374 |
BESCHREIBUNG DER WORKSHOPS
Workshop 1 – Professionelle Haltungen und Rahmenbedingungen im Spital
Jonas Wenger (Projektleiter Fachverband Sucht)
Menschen mit Abhängigkeit oder problematischem Konsum sind während eines Spitalaufenthaltes mit Fachpersonen aus Pflege, Medizin und Sozialdiensten im Kontakt – oft zusätzlich zu externen Akteuren der Suchthilfe. Für eine gelingende Behandlung der betroffenen Personen ist neben den strukturellen Rahmenbedingungen der Kooperation zwischen Spital und Suchthilfe zentral, mit welchen professionellen Grundhaltungen zu Konsum und Abhängigkeit die Fachpersonen den Betroffenen begegnen. Wie begegnen sie ihnen? Welche Vorannahmen prägen den Umgang mit Konsum und Abhängigkeit?
Zu Beginn des Ateliers wird das im Rahmen des Projekts «Sucht im Spital» erstellte «Impulspapier – Innovative Modelle der Kooperation zwischen Spitälern und Suchthilfe» mit einem Fokus auf die darin präsentierten Modelle guter Praxis und ganz generell auf die Gelingfaktoren und Stolpersteine der Kooperation zwischen Spital und Suchthilfe präsentiert. Anschliessend richtet sich der Fokus auf Erfahrungsaustausch:
Ziel: Gemeinsame Reflexion über Erfahrungen, Hindernisse und Entwicklung von Lösungsansätzen, um Sucht als integralen Bestandteil der Versorgung zu verankern.
Workshop 2 – Peer-Berater:innen in der spezialisierten Suchtbehandlung: Mehrwert, Herausforderungen sowie organisatorische und professionsspezifische Aspekte
Christophe Al Kurdi (chef de projet GREA), Loïc Menneret (Infirmier chef de service SMA-CHUV) et Sebastian Exl (EX-IN Genesungsbegleiter Psychiatrie Baselland)
Ob im Spital oder in einer stationären soziotherapeutischen Einrichtung – die spezialisierte Suchtbehandlung wird effektiver, wenn Suchtfachpersonen und professionelle Peer-Berater:innen zusammenarbeiten. Die Umsetzung in der Praxis wirft jedoch konkrete organisatorische und professionsspezifische Fragen auf.
Das Atelier beginnt mit einer Vorstellung des Pilotprojekts des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois CHUV, das Peer-Berater:innen in seine suchtmedizinische Abteilung integriert hat. Es folgt eine kurze Präsentation des Leitfadens «Peer-Berater:innen in der Suchthilfe (PAA): Ein Leitfaden für zukünftige Arbeitgeber». Anschließend findet ein Erfahrungsaustausch mit Fokus auf folgende Fragen statt:
Ziel: Gemeinsam mögliche blinde Flecken in der Praxishilfe «Peer-Berater:innen in der Suchthilfe (PAA): Ein Leitfaden für zukünftige Arbeitgeber» identifizieren und zusätzliche Materialien sammeln, die zur Verbreitung des Leitfadens genutzt werden können.
Workshop 3 – Wer vertritt die Interessen von Patient:innen mit Suchterkrankungen in Schweizer Spitälern?
Romain Bach und/oder Maxime Mellina (Co-Generalsekretär GREA)
Viele Spitäler verfügen nicht über ausreichende Ressourcen für eine umfassende Behandlung und psychosoziale Begleitung von Menschen mit Suchterkrankungen oder problematischem Konsum. Dies kann dazu führen, dass Möglichkeiten von Frühinterventionen nicht genutzt werden oder in schweren Fällen Fehlentwicklungen begünstigen wie beispielswiese unzureichende Schmerztherapie, abrupte Entzüge oder die Stigmatisierung der Betroffenen.
Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des Projekts «Sucht im Spital» mehrere Praxishilfen entwickelt, um die Behandlung der Betroffenen zu verbessern. Doch diese Hilfsmittel allein reichen nicht aus, um die Position der Patient:innen nachhaltig zu stärken. Dafür scheint es notwendig, eine breite Koalition von Akteur:innen zu bilden, die sich für die Rechte und die Interessenvertretung der Betroffenen im Schweizer Gesundheitssystem einsetzt.
Das Atelier beginnt mit einer kurzen Vorstellung der Praxishilfen und der Ziele des Gesamtprojekts. Anschließend wird in der Diskussion auf die folgende Fragen fokussiert:
Ziel: Gemeinsam über die Bildung einer Koalition nachdenken, die die spezifischen Bedürfnisse von Patient:innen mit Suchterkrankungen vertritt. Identifikation der zentralen Akteur:innen und der geeigneten Organisationsform, um das Anliegen voranzubringen.
Verwandte Dokumente







Hôpital et Addictions
Sucht im Spital
Hospital and addiction
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