R4d. Beiträge von Genesungsbegleitern (Peers) zu Behandlungsteams im Krankenhausumfeld (Egli Anthonioz et al. 2024)

Die von Egli Anthonoz et al. für das Projekt „Hôpital et Addictions“ verfasste Übersicht hebt die folgenden Beiträge von Genesungsbegleitern zu den Behandlungsteams hervor:

Besseres Verständnis der Patienten und Anpassung der Praktiken: Das Pflegepersonal berichtet von einem vertieften Verständnis für die Erfahrungen der Patienten, einer verbesserten Fähigkeit zur Anpassung der Praktiken sowie einer Entwicklung von Empathie dank der Anwesenheit von Peers (Seiten 18–19, Tabelle 3).

Collins, D., Alla, J., Nicolaidis, C., Gregg, J., Gullickson, D. J., Patten, A., & Englander, H. (2019). “If It Wasn’t for Him, I Wouldn’t Have Talked to Them”: Qualitative Study of Addiction Peer Mentorship in the Hospital.  Journal of General Internal Medicine.  https://doi.org/10.1007/s11606-019-05311-0
Velez, C. M., Nicolaidis, C., Korthuis, P. T., & Englander, H. (2017). “It’s been an Experience, a Life Learning Experience”: A Qualitative Study of Hospitalized Patients with Substance Use Disorders.  Journal of General Internal Medicine,  32(3), 296–303. https://doi.org/10.1007/s11606-016-3919-4

Entschärfung schwieriger Situationen und Verringerung der Angst beim Personal: Die Peers tragen zur Entschärfung schwieriger Situationen und zu einer Verringerung der Angst beim Personal bei, während sie gleichzeitig ein Klima des Vertrauens und der Glaubwürdigkeit im Team schaffen (Seiten 18–19, Tabelle 3).

Collins, D., Alla, J., Nicolaidis, C., Gregg, J., Gullickson, D. J., Patten, A., & Englander, H. (2019). „If It Wasn’t for Him, I Wouldn’t Have Talked to Them“: Qualitative Study of Addiction Peer Mentorship in the Hospital.   Journal of General Internal Medicine.  https://doi.org/10.1007/s11606-019-05311-0

Identifizierung organisatorischer Probleme: Dank ihrer einzigartigen Position zwischen Patienten und Teams können Peers dazu beitragen, Problembereiche in Krankenhausstrukturen zu identifizieren, was die Entwicklung entsprechender Programme ermöglicht (Seite 18–19).

Collins, D., Alla, J., Nicolaidis, C., Gregg, J., Gullickson, D. J., Patten, A., & Englander, H. (2019). „If It Wasn’t for Him, I Wouldn’t Have Talked to Them“: Qualitative Study of Addiction Peer Mentorship in the Hospital.   Journal of General Internal Medicine.  https://doi.org/10.1007/s11606-019-05311-0

Wandel der Institutionskultur und Entstigmatisierung: Peers erleichtern den Kulturwandel innerhalb von Krankenhausstrukturen, indem sie ihr Wissen teilen und weniger hierarchische Interaktionen mit Patienten vorleben. Sie tragen dazu bei, Stigmatisierung und mangelndes Vertrauen zwischen Behandelnden und Patienten abzubauen (Seite 18–19).

Stack, E., Hildebran, C., Leichtling, G., Waddell, E. N., Leahy, J. M., Martin, E., & Korthuis, P. T. (2022). Peer Recovery Support Services Across the Continuum: In Community, Hospital, Corrections, and Treatment and Recovery Agency Settings—A Narrative Review.  Journal of Addiction Medicine,  16(1), 93–100. https://doi.org/10.1097/ADM.0000000000000810

Neupositionierung der Sucht als Krankheit: Die Wahrnehmungen des Krankenhauspersonals bezüglich der Implementierung einer multidisziplinären Intervention unter Einbeziehung von Peers zeigen, dass diese Präsenz es ermöglicht, Sucht als Krankheit mit angepassten Behandlungen einzuordnen. Vor dieser Intervention wurde die Sucht während des Krankenhausaufenthalts nicht explizit behandelt, was zu einem chaotischen Umfeld und Unzufriedenheit beim Personal führte. Die Ankunft der Spezialisten hat die Interaktionen mit den Patienten erleichtert, geklärt und beruhigt (Seite 18–19).

Englander, H., Collins, D., Perry, S. P., Rabinowitz, M., Phoutrides, E., & Nicolaidis, C. (2018). “We’ve Learned It’s a Medical Illness, Not a Moral Choice”: Qualitative Study of the Effects of a Multicomponent Addiction Intervention on Hospital Providers’ Attitudes and Experiences.  Journal of Hospital Medicine,  13(11), 752–758. https://doi.org/10.12788/jhm.2993

Brückenfunktion zwischen den Abteilungen: Peers schlagen Brücken nicht nur zwischen Patienten und Behandelnden, sondern auch zwischen den verschiedenen Abteilungen und helfen so, das Silodenken zu überwinden (z. B. zwischen Infektiologie und Suchtmedizin) (Seite 19).

Liebling, E. J., Perez, J. J. S., Litterer, M. M., & Greene, C. (2021). Implementing hospital-based peer recovery support services for substance use disorder.  The American Journal of Drug and Alcohol Abuse,  47(2), 229–237. https://doi.org/10.1080/00952990.2020.1841218
Magidson, J. F., Joska, J. A., Regenauer, K. S., Satinsky, E., Andersen, L. S., Seitz-Brown, C. J., Borba, C. P. C., Safren, S. A., & Myers, B. (2019). “Someone who is in this thing that I am suffering from”: The role of peers and other facilitators for task sharing substance use treatment in South African HIV  The International Journal on Drug Policy,  70, 61–69. https://doi.org/10.1016/j.drugpo.2018.11.004

Einige dieser Beiträge der Peers zu den Teams kommen den Institutionen in einem breiteren Rahmen zugute.

Hauptquelle(n)

Egli Anthonioz, N., Naula, M. Bornet, G (2024). La collaboration entre domaines des soins et spécialistes des addictions impliquant un service de liaison, des pairs aidants ou du travail social – Revue des bénéfices, vécus et éléments de mise en œuvre. Lausanne: Addiction Suisse. https://hopital-addictions.ch/recherche-preliminaire/

Rezension der AG Peer-Unterstützung in der Suchtarbeit

Dieses Merkblatt ergänzt einen Leitfaden zur Peer-Unterstützung in der Suchtarbeit, der im Rahmen des Projekts „Sucht im Spital“ erstellt wurde.

Es ist Teil eines thematischen Ressourcenhefts, das als PDF heruntergeladen werden kann.

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